Alles Nur Ausreden!

Nein, der Aufwand bei der Anstellung von Flüchtlingen ist nicht größer als bei anderen Minijobs. Man muss lediglich darauf achten, dass eine Arbeitserlaubnis vorhanden ist. Im Grunde bringt der Minijob für Flüchtlinge sogar weniger Aufwand für den Arbeitgeber mit sich. Denn Sie müssen für Personen, die über eine Aufenthaltserlaubnis verfügen und folglich Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) erhalten, keinen Pauschalbeitrag für die Krankenversicherung zahlen. Ansonsten haben Sie als Arbeitgeber und Ihre 450-Euro-Kraft die gleichen Rechte und Pflichten, die bei jedem anderen Minijob in Deutschland gelten.

Es stimmt, dass geduldete Personen und Flüchtlinge mit Aufenthaltsgestattung einen Minijob nicht ohne Weiteres ausüben können. Für beide Gruppen kann die Ausländerbehörde nach Ablauf der üblichen Wartezeit von drei Monaten nach Asylantragsstellung jedoch eine Arbeitserlaubnis erteilen, die man sich als Arbeitgeber unbedingt vorlegen lassen sollte. Anerkannte Flüchtlinge mit einer Aufenthaltserlaubnis aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen dürfen hingegen jeder Beschäftigung nachgehen.

 

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Diese Aussage kann für Flüchtlinge genauso wie für Deutsche gelten. Denn Asylsuchende sind so verschieden, wie die Menschen auch hierzulande unterschiedlich sind. Generell jedoch denken Flüchtlinge ähnlich der Bevölkerung in Deutschland, was die Einstellung zu Demokratie und Freiheit angeht. Das hat eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung herausgefunden Mehr dazu können Sie hier lesen.

Daher gilt wie bei jeder anderen Anstellung: Ein persönliches Gespräch gibt Aufschluss darüber, ob man zueinander passt, Sympathie besteht und ob eine Zusammenarbeit vorstellbar ist.

Nein, das stimmt nicht. Im Grunde ist schon ein solcher Gedanke gefährlich: Er zeigt, dass man nicht jeden Menschen als ebenbürtig sieht. Respekt vor einem Flüchtling zu haben, heißt, ihn wie jeden anderen zu behandeln. Niemand braucht unberechtigte Kritik. Aber auch falsches Lob ist fehl am Platz.

Wie jedes neue Anstellungsverhältnis geht auch die Minijob-Beschäftigung eines Flüchtlings mit Unwägbarkeiten auf fachlicher und persönlicher Ebene einher. Bei Zufriedenheit wird das Verhältnis fortgeführt, bei Unzufriedenheit kann es beendet werden. Mit Rassismus gegenüber Flüchtlingen hat das nichts zu tun. Es besteht kein moralischer Druck, eine Anstellung weiterzuführen.

Das gilt übrigens auch andersherum. Es ist durchaus möglich, dass Ihr Gegenüber das Arbeitsverhältnis beendet. Dabei kann man dem Flüchtling jedoch keine Undankbarkeit vorwerfen.

Ja, das kann durchaus passieren. Flüchtlinge aus dem arabischen Raum zum Beispiel hatten mit der deutschen Sprache vorher meist keinerlei Berührungspunkte. Wer sich dafür entscheidet, sie zu beschäftigen, muss sich bei der Verständigung mehr Mühe geben. Alles in allem jedoch ein kleiner Preis für ein wichtiges Engagement.

Ein Regelfall lässt sich jedoch auch hier nicht ausmachen. Denn viele Flüchtlinge lernen Deutsch oder beherrschen die Sprache bereits gut. Jedenfalls haben bereits zwei Drittel der Geflüchteten in Deutschland einen Sprachkurs besucht. Daneben nutzen sie andere Möglichkeiten, um ihre Sprachfähigkeit zu verbessern – etwa deutsche Medien, Unterricht durch Freunde und Bekannte oder Lern-CDs sowie Onlinekurse.

Wenn Sie diese Aussage bejahen, können wir Sie vielleicht wirklich nicht für unser Programm begeistern. Denn natürlich gibt es zwischen Deutschen und Flüchtlingen Unterschiede in Sachen Kultur. Diese kann man als Problem begreifen, indem man sie groß macht. Oder man sieht sie als Chance und Bereicherung. Unsere Meinung: Unterschiede sind gut und helfen, Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Vielleicht überzeugen Sie die folgenden Zahlen zum Bildungsstand von Flüchtlingen davon, dass aus verschiedenen Kulturen keine kulturellen Probleme entstehen müssen. So haben 58 Prozent der erwachsenen Geflüchteten zehn Jahre und mehr in Schule, Ausbildung und Studium verbracht. 37 Prozent der Flüchtlinge besuchten eine weiterführende Schule. Knapp ein Fünftel (19 Prozent) waren auf einer Hochschule und 13 Prozent machten hier auch einen Abschluss.

Die Frage nach derartigen Standards sollte man sich nicht speziell bei Flüchtlingen stellen, sondern für jeden potenziellen Angestellten. Mit Blick auf die fachliche Expertise ist dieses Vorurteil gegenüber Flüchtlingen allerdings in der Tat haltlos. Denn Care Forward bereitet Flüchtlinge auf die Ansprüche in deutschen Haushalten vor.

Aber klar: Ob die Ansprüche, die ein potenzieller Arbeitnehmer mitbringt, den Vorstellungen bei Ihnen vor Ort entsprechen, müssen Sie wie bei jeder Neuanstellung in einem Gespräch herausfinden. Da spielt es zunächst einmal keine Rolle, ob ihr Gegenüber Flüchtling ist oder nicht.

Nein, nicht alle Flüchtlinge sind traumatisiert. Diejenigen, die mit Traumata zu kämpfen haben, benötigen neben psychologischer vor allem soziale Unterstützung. Und die beginnt mit der Einbindung in die Gesellschaft und dem Leben in einem wohlwollenden Umfeld.

Bekommen Flüchtlinge die Chance dazu, sind viele in der Lage und bestens gewillt, sich produktiv in die Gesellschaft einzubringen. Und was kann der raschen Integration in die Gesellschaft dienlicher sein als ein Job, bei dem man unter Menschen kommt, sich austauscht und die Sprachfähigkeit verbessert?

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